Bereits ab 1916 versuchte die mittlerweile auf ca. 400 Mitglieder angewachsene Gemeinde am Rande des Südfriedhofes im Stadtteil Madlow einen israelitischen Friedhof zu errichten. Am 31.08.1916 stimmte die Stadt Cottbus dem Antrag zu. Die Errichtung des eigentlichen Friedhofs fand im Jahre 1918 statt. Zuvor war die 5141 qm große Fläche im Madlower Wald, im Austausch gegen ein ca. 6300 qm großes Grundstück, der Synagogengemeinde zugefallen.
Berta Hammerschmidt, der Frau des Stadtverordneten und Vorsitzenden der Fortschrittlichen Volkspartei, Justizrat Abraham Ludwig Hammerschmidt setzte die Gemeinde hier ein Denkmal. Nach Intervention des Rabbiners und mit Genehmigung des Oberbürgermeisters durfte sie 1916 ausnahmsweise im extra eingezäunten Fleckchen Stadtwald, welches ihr Lieblingsplatz war, begraben werden.
In den 20er Jahren erfuhr, so ist Luftbildern zu entnehmen, das Gestaltungskonzept der Begräbnisstätte erhebliche Änderungen, weiterhin fand ein Flächenankauf statt, der das Gelände auf über 8000 qm vergrößerte.
Auf dem Friedhof wurden nicht nur Cottbuser Juden, sondern auch Gemeindemitglieder aus Calau, Drebkau, Spremberg, Senftenberg und Großräschen bestattet. Die letzte Beerdigung während der NS-Zeit fand im Dezember 1940 statt. In Folge der Deportation und Vernichtung der jüdischen Gemeinde konnte nach dem 2. Weltkrieg keine neue Gemeinde entstehen. 1946 wurden 13 Personen jüdischen Glaubens in Cottbus gezählt. Vereinzelt wurden bis 1968 noch Beerdigungen vorgenommen. Der Zustand des Friedhofs verwahrloste zunehmend bis Ende der 1980er Jahre.
Mitte der 1990er wurde das Gelände an die Jewish Claims Conference rückübertragen und an die damalige Jüdische Gemeinde des Landes Brandenburg übergeben. Seit der Entstehung der neuen jüdischen Gemeinde 1997 erfolgen Beerdigungen von Gemeindemitgliedern auf dem Friedhof. Gegenwärtig umfaßt die Zahl der auf dem Gelände Beerdigten über 115 Personen.
Der weitaus größte Teil der Grabsteine ist mit einem Davidstern versehen. Als Materialien wurden hauptsächlich Granit und Sandstein verwendet, seltener Marmor. Der überwiegende Teil besitzt deutsche Inschriften, es finden sich darüber hinaus eine Reihe von hebräischen Inschriften, die Segenssprüche darstellen oder die Auskunft über die Abstammung, den hebräischen Vornamen und das Sterbedatum geben.
Die Trauerhalle auf dem neuen jüdischen Friedhof entstand 1931 und weist in ihrem äußeren Erscheinungsbild Ähnlichkeiten mit der Trauerhalle auf dem Nordfriedhof auf. Federführend bei Planung und Bau war das Büro "Max Hanke, Atelier für Architektur, Kunstgewerbe und Bauleitung".
Das Gebäude, gliedert sich in einen dominierenden, mit der Eingangsfront nach Westen ausgerichteten Saalbau und rückwertig beidseitig daran angrenzende niedrige Nebenbauten. Die äußere Erscheinung ist von hochwertigem rotbraunen Klinkermauerwerk geprägt.
Die Zeit des 2. Weltkrieges überstand der Gebäudekomplex unzerstört. Gegenwärtig wird das Gebäude nicht genutzt, allerdings strebt die jüdische Gemeinde eine denkmalgerechte Instandsetzung und Nutzung der Feierhalle an.